Review Rex: Doctor Who Staffel 1.1 – The Unearthly Child

1stDoctorIch muss ein Geständnis machen: Ich bin eine Doctor Who Jungfrau. Ja, obwohl ich großer Fan von Science Fiction bin, habe ich bis vor wenigen Tagen noch nie auch nur eine einzige Folge Doctor Who gesehen, ebensowenig sind mir die Comics und Romane geläufig. Ich kenne Doctor Who eigentlich nur aus einem einzigen Comic, wo der Cyborg Death’s Head zufällig mit ihm zusammenkracht, während er gerade aus dem Transformers Universum in Richtung Marvel Universum unterwegs ist. Ansonsten: Fehlanzeige. Da mir aber in letzter Zeit diverse Leute erzählt haben, dass mir da echt was entgeht, habe ich mich jetzt mal breitschlagen lassen. Aber wenn, dann richtig. Deshalb fange ich am Anfang an.

Doctor Who begann 1963 mit William Hartnell in der Hauptrolle. Die erste Episode trug den Titel „The Unearthly Child“ und besteht aus 4 jeweils ca. 25 Minuten langen Teilepisoden. Wir lernen den Doktor kennen und dessen Enkelin Susan, sowie die zwei Lehrer Barbara und Ian. Letztere geraten eher zufällig in den Dunstkreis des Doktors, da Susan auf ihre Schule geht und dort mit für ihr Alter ungewöhnlichem Wissen (sowie einigen ungewöhnlichen Wissenslücken) auffällt. Bei dem Versuch mehr über sie herauszufinden stolpern sie in das als Notruf-Telefonzelle (engl. Police Box) getarnte Schiff des Doktors, den TARDIS (Time and relative Dimension in Space), erfahren dass Susan und der Doktor Zeitreisende sind, und lösen eine unkontrollierte Zeitreise aus, die die vier in das Jahr 100.000 v. Chr. zurückwirft.

Die Handlung der Folge dreht sich dann um das Aufeinandertreffen der Menschen der Gegenwart mit den Höhlenmenschen. Deren Anführer ist gestorben, der als einziger wusste wie man Feuer macht. Als die Höhlenmenschen dann sehen, wie sich der Doktor seine Pfeife ansteckt, ist man natürlich sehr interessiert. Nach diversen Auseinandersetzungen, ein paar Prügeleien und einigen Todesfällen (bei den Höhlenmenschen) schaffen die vier die Flucht zurück zum TARDIS und verschwinden. Allerdings nicht bevor sie den Höhlenmenschen gezeigt haben, wie man Feuer macht.

Interessant an der ersten Folge ist, dass der Doktor hier nicht unbedingt als Sympathieträger dargestellt wird. Der eigentliche Held der Folge ist Ian, der junge Lehrer, während der Doktor selbst mürrisch, antagonistisch und arrogant rüberkommt. Ansonsten ist die Handlung recht simpel, das klassische Aufeinandertreffen von sog. zivilisierten Menschen mit den Wilden. Allerdings fehlt die für amerikanische Serien aus dieser Zeit typische Weltenverbesserung, da die vier Gestrandeten vor allem das eigene Überleben im Auge haben und sich nicht wirklich dafür interessieren, den Höhlenmenschen irgendwie zu helfen oder sie zu zivilisieren. Von den möglichen Veränderungen des Zeitstroms mal ganz abgesehen, immerhin sterben zwei potentielle Vorfahren moderner Menschen bzw. wird ein Stamm, der sonst vermutlich mangels Feuer ausgestorben wäre, unfreiwillig gerettet.

Aus heutiger Sicht ist die Folge natürlich recht primitiv, speziell die recht einfachen Sets, aber für die Zeit war das ganze schon recht ambitioniert und muss beim Publikum zumindest gut genug angekommen sein, um eine Weiterführung zu rechtfertigen. Was mich selbst angeht… okay, nicht schlecht. Sicherlich nichts, was ich sofort als Klassiker bezeichnet hätte, aber für eine Pilotfolge mit Experimentalcharakter ganz gelungen. Es sollte nur niemand hier gleich das große Science Fiction Epos erwarten. Das kommt denke ich erst etwas später. Aber schließlich haben wir ja alle klein angefangen, nicht wahr?

Mehr zu Doctor Who dann nachdem ich mir Folge 2 angeguckt habe, wo es um die Erzfeinde des Doktors, die Daleks geht.