Review Rex: Mann tut was Mann kann

„Warum finden solche Unterhaltungen eigentlich immer auf dem Klo statt?“
„Damit man es nicht so weit zum Kotzen hat.“

Um endlich auch mal einen deutschen Film in meine Review Reihe aufzunehmen darf es heute mal „Mann tut was Mann kann“ sein, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Hans Rath, den ich zugegebenermaßen aber nicht gelesen habe. Was auf den ersten Blick und auch im Trailer wie eine typische romantische Komödie aussieht… okay, es ist auch eine, wobei es eigentlich vornehmlich ein Film über Männerfreundschaft ist und erst danach ein Film über die Liebe.

Paul Schuberth (Wotan Wilke Möhring) ist ein typischer Yuppie. Erfolgreich & charmant, bei Frauen durchaus angesagt aber nicht an einer Beziehung interessiert, lebt er alleine in einem riesigen Penthouse-Apartment in Berlin und ist mit seinem Leben eigentlich sehr zufrieden. Wenn er Gesellschaft braucht, betätigt er sich als Gassi-Geher in einem Tierheim, wo er dann mit dem schwererziehbaren Hund Fred zusammenkommt. Außerdem gibt es da noch seinen besten Freund Guido (Jan Josef Liefers), den eher schrägen IT-Nerd Günther (Oliver Korittke) und schließlich noch den erfolglosen Akt-Maler und Aushilfschauffeur Bronko (Fahri Ögün Yardim).

Pech in der Liebe führt über Umwege dazu, dass diese vier Männer plus Hund alle in Pauls Apartment einziehen, sei es weil sie von der Frau rausgeworfen werden oder zur Zeit einfach kein Geld für eine eigene Bleibe haben. Und mehr unabsichtlich als sonst was hilft Paul jedem von ihnen, dann doch noch die Frau für’s Leben (oder zumindest für den Moment) zu finden. Für ihn umso schmerzhafter, hat er sich doch in die schöne Tierärztin Iris (Jasmin Gerat) verguckt, die aber in wenigen Tagen jemand anderen heiraten wird.

Der Film lebt von seinen hervorragenden Darstellern und der Situationskomik, die Romantik ist dabei eigentlich eher ein Nebenschauplatz. Sei es Möhring, der die Rolle des nur oberflächlich kalten, aber eigentlich herzensguten Pauls mit Bravour spielt, z.B. als er seiner Teenie-Stieftochter den Unterschied zwischen Sex und Liebe erklären muss, oder der wunderbar schmierige Jan Josef Liefers, der über die Frage, mit welcher Frau er die letzte Stunde seines Lebens verbringen würde, in eine tiefe Existenzkrise gerät. Hund Fred (dessen wahrer Name im Vorspann genannt wird, denn ich aber schändlicherweise vergessen habe, es tut mir sehr leid) trägt ebenfalls einige sehr gute schauspielerische Leistungen bei.

Ohne jetzt viel über die Handlung verraten zu wollen (am Ende kriegt jeder die Frau seiner Träume, war ja eigentlich klar, oder?) kann ich auch als jemand, der normalerweise kein so großer Fan von deutschen Filmen und romantischen Komödien ist, sagen, dass ich sehr gut unterhalten wurde und durchaus beabsichtige, mir diesen Film auf DVD zu holen. Ein wunderbarer Film zum herzlich Lachen und hier und da mal eine Freudenträne verdrücken, wenn zwei Menschen sich finden (auch wenn das eigentlich von Anfang an klar war).